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Artist Statement

Out of Frame

Meine künstlerische Arbeit beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Bild, Rahmen und Raum. Ausgangspunkt ist die Frage, wo ein Werk beginnt, wo es endet und welche Rolle die Grenze dazwischen spielt.

Mit Out of Frame entwickle ich eine künstlerische Position, in der der Rahmen nicht länger bloße Begrenzung ist, sondern aktiver Teil des Werks wird. Er wird erweitert, durchbrochen, verschoben oder in seiner Funktion hinterfragt. Die Malerei bleibt dadurch nicht ausschließlich Fläche, sondern tritt in den Raum und fordert eine neue Betrachtungsweise ein.

Meine Arbeiten entstehen aus klaren formalen Entscheidungen: harte Kanten, starke Kontraste, räumliche Ebenen und präzise gesetzte Brüche. Mich interessiert nicht das dekorative Bild, sondern der Moment, in dem ein Werk seine vorgegebene Ordnung verlässt. Farbe, Form und Material werden so eingesetzt, dass sie Spannung erzeugen und die Erwartung an ein klassisches Bildformat aufbrechen.

Out of Frame steht für den bewussten Schritt über bestehende Begrenzungen hinaus. Es geht um Verschiebung, Erweiterung und die Frage, wie viel Freiheit innerhalb eines gesetzten Rahmens möglich ist. Der Rahmen wird dabei zum Symbol für Strukturen, die Halt geben können, aber ebenso überwunden werden müssen, wenn Entwicklung stattfinden soll.

Als Künstlerin und Gründerin der a.fünf Galerieformat bewege ich mich täglich zwischen Produktion, Präsentation und Vermittlung von Kunst. Dieser doppelte Blick prägt meine eigene Arbeit: Ich denke Werke nicht nur als Bild, sondern auch als Objekt im Raum, als Gegenüber und als Teil einer Ausstellungssituation.

Out of Frame ist für mich daher keine abgeschlossene Serie, sondern eine künstlerische Haltung. Es beschreibt den Punkt, an dem ein Werk die Fläche verlässt, Grenzen sichtbar macht und zugleich überschreitet.

Paula Ellinger

Künstlerin & Gründerin von Galerieformat

Paula Ellinger, Künstlerin und Gründerin von Galerieformat

Zwischen Atelier und Galerie: Paula Ellinger.

Werke

Ausgewählte Arbeiten

Arbeiten aus der Reihe Out of Frame – Werke, die den Rahmen nicht als Grenze akzeptieren.

Standard – Ansicht 1
Out of Frame – No. 1

Standard

Mixed Media auf Leinwand45 × 55 cm2026

Out of Frame – No. 1 – „Standard“ markiert den Beginn meiner neuen künstlerischen Reihe Out of Frame. Das scharfkantige, abstrakte und dreidimensionale Werk überschreitet bewusst die erwarteten Grenzen eines klassischen Bildformats.

Unter der Oberfläche liegt rosafarbenes Zeitungspapier von Der Standard – teils sichtbar, teils verborgen. Es verweist auf den Titel des Werks und zugleich auf den Gedanken, dass Out of Frame zu meinem neuen künstlerischen Standard wird.

Im Zentrum steht die Spannung zwischen Struktur und Aufbruch, Oberfläche und Tiefe, Kontrolle und Bewegung. Der Rahmen dient dabei nicht länger nur als Begrenzung. Er wird selbst Teil des Werks und erweitert das Bild in den Raum.

Standard bildet damit den Ausgangspunkt einer neuen visuellen Sprache, die sich mit Grenzen und deren Überschreitung beschäftigt. Das Werk stellt die Frage, was entsteht, wenn ein Bild sein vorgegebenes Format nicht länger als feste Grenze akzeptiert.

Offset – Ansicht 1
Out of Frame – No. 2

Offset

Acryl auf Leinwand60 × 60 cm2026

Out of Frame – No. 2 – „Offset“ beschäftigt sich mit dem Gefühl, nicht vollständig mit den Strukturen, Erwartungen oder Systemen übereinzustimmen, die uns umgeben. Der Titel verweist auf eine Verschiebung – auf das bewusste oder unbewusste Verlassen einer erwarteten Position.

Im Zentrum des Werks steht die Spannung zwischen Zugehörigkeit und Abweichung. Es stellt die Frage, ob Zugehörigkeit tatsächlich voraussetzt, sich vollständig an bestehende Strukturen anzupassen, oder ob es möglich ist, Teil eines Ganzen zu sein und dennoch die eigene Form und Richtung zu bewahren.

Diese Idee wird durch die runde Leinwand innerhalb eines quadratischen Rahmens sichtbar. Beide geometrischen Formen existieren miteinander, ohne sich einander vollständig anzugleichen. Die runde Bildfläche bleibt eigenständig und macht das Verhältnis zwischen Werk und Rahmen zu einem wesentlichen Bestandteil der Komposition.

Scharfkantige geometrische Elemente, geschichtete Flächen und dynamische Linien verstärken diese Spannung. Bewegung und Struktur treffen auf kleine Verschiebungen und Unregelmäßigkeiten, die verhindern, dass die Komposition vollkommen vorhersehbar wird.

Offset wird damit zu einer visuellen Metapher für die Möglichkeit, Teil einer Struktur zu sein, ohne sich vollständig von ihr definieren zu lassen – für den Raum zwischen Anpassung und Individualität, zwischen Zugehörigkeit und dem bewussten Nicht-ganz-Hineinpassen.

Big Shift – Ansicht 1
Out of Frame – No. 4

Big Shift

Acryl auf Leinwand100 × 100 cm2026

Out of Frame – No. 4 – „Big Shift“ beschäftigt sich mit Momenten tiefgreifender Veränderung – mit jenen Punkten im Leben, an denen Wandel nicht länger schrittweise geschieht, sondern unübersehbar wird. Etablierte Strukturen beginnen sich zu verschieben, aufzubrechen und neu zu ordnen. Es entsteht eine klare Trennung zwischen dem, was davor war, und dem, was danach kommt.

Die Komposition wird von einer starken zentralen Bewegung bestimmt. Geometrische Formen, scharfe Linien und intensive Farbkontraste scheinen sich auf einen Mittelpunkt zuzubewegen und sich gleichzeitig nach außen auszudehnen. Dadurch entsteht eine Spannung zwischen Stabilität und Umbruch. Je nach Perspektive kann die Komposition wirken, als würde sie nach innen kollabieren oder nach außen aufbrechen – eine Mehrdeutigkeit, die die Unsicherheit großer Veränderungen widerspiegelt.

Auch die physische Konstruktion des Werkes ist Teil seiner Bedeutung. Die Leinwand bleibt nicht innerhalb des Rahmens, sondern überschreitet dessen Grenzen. Gleichzeitig wird der Rahmen selbst sichtbar und Teil der Komposition.

Innerhalb meines künstlerischen Konzepts Out of Frame steht der Rahmen für Strukturen, Erwartungen und Grenzen – sowohl äußere als auch selbst auferlegte. Big Shift konzentriert sich auf den Moment, in dem diese Strukturen nicht länger unverändert bestehen können und eine neue Perspektive notwendig wird.

Das Werk bewertet diese Transformation nicht als positiv oder negativ. Ein tiefgreifender Wandel kann Unsicherheit, Verlust, Befreiung und neue Möglichkeiten zugleich mit sich bringen. Entscheidend ist seine Unumkehrbarkeit: Sobald sich etwas Grundlegendes verschoben hat, ist eine Rückkehr zur vorherigen Ordnung nicht mehr möglich.

Big Shift handelt damit nicht nur von Veränderung, sondern von jenem Moment, in dem ein bestehender Rahmen seine Stabilität verliert und eine neue Realität beginnt, Gestalt anzunehmen.

Flag of Humanity – Ansicht 1
Out of Frame – No. X

Flag of Humanity

Acryl auf Leinwand90 × 110 cm2021

Out of Frame – No. X – „Flag of Humanity“ untersucht die Menschheit als kollektive Identität, die nicht durch Gleichheit, sondern durch Vielfalt geprägt ist. Leuchtende Farben, geometrische Formen, geschichtete Flächen und sich kreuzende Linien treffen in einer spannungsvollen Komposition aufeinander. Jedes Element bleibt eigenständig und ist zugleich Teil eines größeren Ganzen.

Der Titel verweist auf die Idee einer symbolischen Flagge, die nicht für eine Nation, Kultur oder Ideologie steht, sondern für die Menschheit selbst. Die unterschiedlichen visuellen Fragmente können als Perspektiven, Identitäten und Erfahrungen verstanden werden, die gleichzeitig nebeneinander existieren und sich gegenseitig beeinflussen.

Im Zentrum treffen verschiedene Richtungen aufeinander. Die Komposition lässt sich sowohl als Verbindung als auch als Kollision lesen – als Spiegel menschlichen Zusammenlebens, das von Gemeinschaft und Konflikt, Gemeinsamkeiten und Gegensätzen gleichermaßen geprägt ist.

Flag of Humanity entstand bereits mehrere Jahre vor der Entwicklung meines heutigen künstlerischen Konzepts Out of Frame. Rückblickend sehe ich darin dessen konzeptuellen Ursprung: Geometrie, starke Farbkontraste, räumliche Tiefe und das Verhältnis zwischen Werk und Begrenzung waren bereits wesentliche Bestandteile.

Heute trägt das Werk die Bezeichnung Out of Frame – No. X. Das „X“ stellt es bewusst außerhalb der chronologischen Reihe. Es entstand, bevor Out of Frame einen Namen hatte, und bildet dennoch den Ausgangspunkt meiner heutigen Auseinandersetzung mit Grenzen, Strukturen und der Möglichkeit, über sie hinauszugehen.